Schon die Mönche haben in der Fastenzeit nur Wasser und Bier zu sich genommen. Was beim Fasten mit „flüssigen Brot“ zu beachten ist, haben wir im Selbstversuch ausprobiert. Nicht ganz uneigennützig, wie wir uns eigenstehen müssen, denn morgen ist St. Patricks Day – und mit den Iren haben wir schon immer gerne gefeiert, vor allem mit einem großen Glas Stout.

 

Wir sprechen ja heute eher Emoji als Latein. Aber eine alte mönchische Weisheit sagt: Liquida non frangunt ieunum – Flüssiges bricht das Fasten nicht. Ob sich die Kirchenmänner da was zurecht gedreht haben, um die 40-Tage Verzicht zu überstehen? Schon möglich!

Fastenbier oder das „Go!“ vom Papst

Wem ist eigentlich die Idee mit dem Fastenbier gekommen? Die Legende sagt, dass eine Gruppe von Mönchen – wahrscheinlich von einer der vielen Klosterbrauereien – zum Papst pilgerte. Schließlich ist das Alkoholverbot zur Fastenzeit ja geschäftsschädigend. Der Oberste Hirte der Katholiken sollte davon überzeugt werden, das Biertrinken in den 40 Tagen vor Ostern zu erlauben. Auf dem langen Weg nach Rom aber sei das Bier sauer geworden. Der Papst hat dann beschlossen, dass, wer diese Sorte trinkt, genügend Buße tut.

Seither braut man das traditionelle Fastenbier, früher machten das hauptsächlich Mönche. Das Bier zur Fastenzeit wird in Bayern auch Starkbier genannt. Für die großen Münchner Brauereien beginnt die Starkbierzeit stets am Josefi-Tag (19. März). Löwenbräu beginnt mit dem Triumphator meist früher und lässt zumindest im bekannten Löwenbräukeller die Starkbierzeit sechs Wochen lang andauern. In der alteingesessene Forschungsbrauerei Jakob in München-Perlach beginnt die Starkbierzeit – und auch das ist Tradition – jeweils eine Woche vorher, und dauert drei Wochen.

Wellness-Fasten

Aber Fasten ist vielfältig und man lernt einiges über sich selbst. Wer mit dem Hopfengetränk abnehmen will, ist allerdings schlecht beraten. Mit einer Bierfahne im Job zu erscheinen, kommt nicht so gut an. Wer sich ernsthaft dem Thema Bier und Fasten widmen möchte, sollte sich von den Kollegen fernhalten und sich bei der nächsten Klosterbrauerei anmelden. Oder sich beim österreichischen Journalisten und selbsternannten Bierpapst Conrad Seidl schlau machen. Der intellektuelle Bier-Kenner spricht im Trachtenoutfit vom Bier als wäre es der Saft des Lebens.

Unbedingt mal reinschauen: https://www.youtube.com/user/BeerWeekly

Alles auf Grün

Zugegeben, Bier ist als Fastenquelle anscheinend nur für trinkfeste Mönche geeignet. Was uns nicht davon abhält morgen ins nächste Pub zu pilgern und einem Heiligen zuzuprosten. Nämlich: St. Patrick.

Morgen wird überall auf der Grünen Insel an den irischen Bischof Patrick gedacht. Dieser gilt als der erste christliche Missionar in Irland. Den Legenden zufolge, soll Patrick das Kleeblatt zum Wahrzeichen gemacht haben.

Jeder kann ein bisschen irisch sein. Jeder wühlt im Kleiderschrank mit der Hoffnung doch noch irgendwo ein grünes Kleidungsstück zu finden um am Abend mit Freunden den St. Patricks’s Day – mit viel Bier – feiern zu können.

St. Patrick’s Day in Berlin

Fastenregeln im Härtetest.

Berlin nimmt heuer an der „Global Greening“-Aktion teil, bei der zu Ehren des heiligen Patrick weltweit Sehenswürdigkeiten angestrahlt werden. Die deutsche Hauptstadt lässt den Funkturm grün anleuchten.

Ab ins Pub

Guiness, Livemusik & mehr: Diese Berliner Pubs sind ein guter Tipp

Gefeiert wird in Berlin natürlich auch ohne Parade: Etliche Pubs haben sich etwas Besonderes einfallen lassen, bieten Guiness, Livemusik und irische Spezialitäten.

Prenzlauer Berg:
Im Cliffs of Dooneen-Pub in der Husemannstraße 6 ist zwar nichts Spezielles geplant, die urige und klassische Pub-Einrichtung kommt am St. Patrick’s Day aber besonders zu Geltung. Und Kilkenny und Guinness dürften auch heute in Strömen fließen.

Friedrichshain:
Der MacLaren’s Pub in der Boxhagener Straße 16 öffnet ab 18 Uhr und bittet unter dem Motto „Green Suit Up!“ um möglichst grüne Kleidung.

Neukölln:
Der Irish Pub am Maybachufer 44 macht ab 17 Uhr auf, hat aber keine speziellen Veranstaltungen geplant.

Kreuzberg:
Im Blarney Pub in der Methfesselstraße 4 gibt es Folk und traditionelle irische Musik. Ab 17 Uhr ist Einlass.

Mitte:
Der Kilkenny Pub am Zwirngraben 17-20 (S-Bahnhof Hackescher Markt) hat schon seit 10 Uhr geöffnet und bietet bei freiem Eintritt Livemusik und ein BBQ.

Charlottenburg:
Im Irish Pub im Europa Center wird wieder die „St. Patrick’s Day Party“ gefeiert – und zwar mit Open End. Livemusik gibt es natürlich auch.

Spandau:
Ab 18 Uhr geht es im Victoria Celtic Pub in der Ritterstraße 9-10 rund. Gefeiert wird bis der letzte Gast geht.

Steglitz:
Im Celtic Cottage in der Markelstraße 13 wird bereits seit 9 Uhr gefeiert. Es gibt Livemusik, grünes Bier und Bowle.

Treptow-Köpenick:
Im Südosten hält The Double Inn in der Wilhelminenhofstraße 89 die irische Fahne hoch. Ab 18 Uhr spielt eine Band. Außerdem soll es einige Überraschungen für die Gäste geben.

Also, Prost Fasten, liebe Freunde!

 

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